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Materialkunde

Carbonstahl C75
Carbonstahl oder Kohlenstoffstahl bezeichnet einen niedrig bis unlegierten Stahl, der fast nur aus Eisen und zu einem geringen Anteil (0,5 - 1,4 %) aus Kohlenstoff besteht. Durch diese reine Form entsteht ein sehr feines Gefüge, welches über eine hohe Härte verfügt. Um ihm Robustheit und Flexibilität zu verleihen, wird der Stahl vor der Verarbeitung ein zweites Mal auf niedriger Temperatur angelassen.
Carbonstahl verwendet man gerne für Arbeits- und Gebrauchsmesser, bei denen es auf eine hohe Schnitthaltigkeit und Klingenschärfe ankommt. Dank des feinen Materialgefüges im Stahl können solche Klingen besonders fein und scharf ausgeschliffen werden, ohne zu brechen.
Im Laufe des Gebrauchs entwickeln Messerklingen aus Carbonstahl eine Patina. Diese Schicht zeigt sich durch teilweise sehr deutliche Verfärbungen. Sie ist keinesfalls ein Merkmal mangelnder Qualität. Ganz im Gegenteil, Kenner und Liebhaber von Carbonklingen wissen diese Patina sehr zu schätzen, da sie dem Messer einen individuellen Charakter verleiht und den Stahl ein wenig auch vor Rost schützt. Dies ist jedoch bei weitem nicht mit der Rostbeständigkeit einer rostfreien Klinge zu vergleichen. Zudem ist zu beachten: Beim Schneiden von Lebensmitteln, insbesondere von säurehaltigem Obst, hinterlässt eine Carbonklinge einen leicht metallischen Beigeschmack. Wer diesen umgehen möchte, greift vielleicht eher zu einer rostfreien und dadurch geschmacksneutralen Alternative.
Micarta
Bei Micarta handelt es sich um einen Faser-Kunststoff-Verbund, bei dem ein saugfähiger Trägerstoff, wie Leinen oder Holz mit Phenolharz getränkt wird. Sobald das Kunstharz ausgehärtet ist, kann man das Stück Micarta zurechtschleifen. Gerne werden hierfür unterschiedlich gefärbte Materialien verwendet, um eine besondere Maserung zu erzielen.

Es eignet sich ausgezeichnet für Jagdmesser, da es unter wechselnden Bedingungen enorme Beständigkeit und Wasserfestigkeit aufweist.
Räuchereiche
Räuchereiche ist im Farbton abgeändertes Eichenholz. Es wird entweder mit Ammoniak oder Salmiakgeist beim „Räuchern“ begast, so färbt sich die Eiche dabei ins Dunkelbraune oder sogar bis ins Schwarze. Durch diesen Prozess bilden sich alterungs- und lichtstabile organisch komplexe Salze. Diese sind nicht nur für die Verfärbung des Holzes zuständig, sondern auch für die Geschmeidigkeit und die Widerstandsfähigkeit gegen Insekten- und Pilzbefall. Außerdem wird es dadurch weniger spröde. Am besten eignet sich hierfür die in Mitteleuropa heimische Eichenart Stiel- und Traubeneiche, da sie einen hohen Gerbstoffanteil besitzen.
Maserbirke
Die Maserbirke ist zwischen der Grenzregion Russland und Ostfinnland aufzufinden. Sie erreichen im Durchschnitt einen Durchmesser von 10 – 20 cm und ist besonders bekannt aufgrund ihrer einzigartigen Maserung der sogenannten braunen „Adern“ oder „Flammen“, die im Kontrast zu dem restlichen sehr hellen Holz stehen.
Wacholder
Die Wacholder sind eine Pflanzengattung der Kernholzbäume und sind immergrüne Bäume oder Sträucher, die häufig nicht einmal eine Höhe von 4m erreichen. Diese können aber 600 Jahre alt werden. Da die Wacholder besonders langsamwüchsig ist, ist das Holz dementsprechend feinjähriger.

Typisch für diese Baumart sind auch die schmalen Jahrringe, die einen vielfachen charakteristischen welligen Verlauf aufweisen. Auch interessant ist das deutlich voneinander abgrenzende Farbspiel des Früh- und Spätholzes.
Damast
Der Begriff Damast, abgeleitet von Damaskus, bezeichnet einen Werkstoff, der aus mehreren Stahlsorten zusammengesetzt wird und weltbekannt ist für sein organisches Muster, welches erst nach einer Ätzung hervortritt.

Für die Herstellung werden meist zwei verschiedene Stahlsorten in Form von Platten übereinandergelegt und anschließend erhitzt. Daraufhin verbinden sich beide und man kann beginnen den Verbund mehrere Male zu falten, erneut übereinanderzulegen und zusammenzudrücken. Um später das typische Damastmuster zu erhalten, muss der Stahl nach dem Härten erhitzt werden.

Ob die Schichten heller oder dunkler werden, hängt davon ab, wie hoch die Stahllegierung und der Kohlenstoffanteil ist. Zum Schluss kann dann die Klinge nachgehärtet und versiegelt werden.
Pistazie
Die Pistazienbäume wachsen überwiegend im Iran, der Türkei und den USA und können ein Alter von 300 Jahren erreichen. Trotz seiner hohen Härte und seinem hohen Gewicht, lässt es sich gut verarbeiten.

Besonders attraktiv ist die auffällig gelb-grüne und schwarz-braune Färbung. Durch die schwarze Färbung wirken sogar Risse sehr ansprechend. Diese können aber auch problemlos mit dünnflüssigem Sekundenkleber und Schleifstaub verfüllt werden.
Eiche
Rund 400 Eichenarten gehören zu der Pflanzengattung der Eichen. Sie können unglaubliche 1000 Jahre alt werden und werden im Durchschnitt 30 – 40m hoch. Fossilfunde belegen, dass es Eichen schon vor über 10 Millionen Jahren gegeben hat.

Neben der Verwertung des Holzes, wurden seither auch die Eicheln als Futter für Schweine und Rotwild verwendet. Die Eiche ist besonders zäh, schwer, sehr dauerhaft und vor allem sehr hart.

Zudem kann es sehr vielfältig eingesetzt werden, zum Beispiel für Möbelholz, Treppen, Parkett, Furnier oder für Griffschalen von Messern.
Pflaume
Der Pflaumenbaum, der auch Zwetschge genannt wird, kann eine Höhe zwischen 6 – 10m erreichen und wird hauptsächlich wegen seiner Früchte angebaut. Das Kernholz zeigt rote und violette Töne (s. Bild) auf, während das Splintholz eher hell ist. Es ist bekannt für seine Härte, Dichte und Feinporigkeit und ebenso für seine gleichmäßige Struktur.

Neben der häufigen Verwendung für eher kleinere Werkstücke, unter Anderem Messer, wird Pflaumenholz auch oft als Brennholz verwendet.
Nussbaum
Der Nussbaum kann als mittelgroßer Baum eine Höhe zwischen 15 -25m erreichen, während der Stammdurchmesser im Durchschnitt 60 – 80m beträgt. Bei der Farbe und der Struktur des Holzes gibt es einige Unterschiede und Besonderheiten. Man unterscheidet zwischen zwei Arten, dem europäischen Nussbaum und dem amerikanischen Nussbaum.

Das Kernholz des europäischen Nussbaumes ist meist hellgrau bis graubraun und teilweise dunkel gestreift, sonst braun bis rötlich. Es kann aber auch braun bis rotbraun und unterschiedlich starker und fast schwarzer Streifung geben. Der amerikanische Nussbaum weißt dahingegen eher dunkleres und gleichmäßiger gefärbtes Holz auf. Seine besondere Charakterisierung ist oft wegen seiner purpurbraunen Schattierung und seiner weniger auffälligen Farbstreifen gut zu erkennen.

Wissenswert: Nusshölzer können durch eine Eisen-Gerbstoff Reaktion eine blaugraue Verfärbung erhalten, die durch eine Verbindung von Eisenmetallen und Feuchtigkeit im Holz hervorgerufen wird.Um dies zu verhindern werden oft unempfindliche Verbindungsmittel und Beschläge verwendet.
Rostfreier Stahl 4034
Rostfreier Stahl zeichnet sich durch einen Chromanteil von mindestens 10,5 % aus. Dieser Chromanteil bildet bei Kontakt mit Sauerstoff eine schützende Schicht an der Werkstoffoberfläche aus. Dank dieser Schicht wird das Rosten (die Korrosion) je nach Anteil des Chroms stark gehemmt.Bekannt ist Rostfreier Stahl unter verschiedenen Synonymen, unter anderem auch als Edelstahl (nur bei Stahlsorten mit besonders hoher Reinheit), Inox (vom französischen "inoxable", nicht oxidierbar) oder VA-Stahl.Der von uns verwendete Stahl 1.4034 ist ein typischer Klingenstahl, der ganz klassisch bei der Herstellung Solinger Messer verwendet wird. Im Vergleich zum Carbonstahl ist er zwar weniger schnitthaltig, verhält sich beim Schneiden von Lebensmitteln allerdings geschmacksneutral.
Messsing
Messing
Goldfarbener Messing gehört zu den bekanntesten Kupferlegierungen. Hergestellt wird die Legierung aus Kupfer und Zink, wobei die Farbe vom Zinkgehalt bestimmt wird. Ein Zinkgehalt von unter 20 % erzeugt eine bräunliche bis rötliche Färbung, bei über 30 % erhält man einen goldenen bis weißgelben Farbton.

Messing war im 3. Jahrhundert vor Christus als Werkstoff sehr beliebt. Als Gebrauchsmetall etablierte es sich bereits ab ca. 1.000 v. Chr., als die Messingproduktion in Kleinasien verfeinert wurde. Besonders die Prägung von Messingmünzen im Römischen Reich trug seit dem sehr zur Verbreitung des Werkstoffes bei. Später kamen Gefäße sowie Kunstgegenstände hinzu.

Heute erfreut sich Messing einer neuen Beliebtheit. Die goldgelbe Farbe verleiht unseren Messinggriffen ein edles Äußeres und lässt sie zu kleinen Schmuckstücken im Alltag werden.
Sapeli
Sapeli oder auch Sapeli-Mahagoni gehört zur Familie der Mahagonigewächse. Heimisch ist der als Entandrophragma cyclindricum bezeichntete Baum in West- bis Zentralafrika. Dort wächst er bis zu 60 m hoch mit einem Durchmesser von bis zu 2 Metern.Das Holz hat eine kräftige gold- bis rotbraune Färbung und zeigt einen sehr ebenmäßigen Faserverlauf. Es ist mittelhart bis hart, jedoch gut zu verarbeiten. Griffschalen aus Sapeli zeichnen sich durch ihre Robustheit und Beständigkeit aus.
Grenadill
Als Grenadill bezeichnet man das Holz des als Dalbergia melanoxylon bezeichneten Baumes aus der Familie der Schmetterlingsblütler. Dieser Baum ist in den trockenen Savannengebieten der Sahelzone, über die ostafrikanischen Savannen bis zum nördlichen Südafrika hin beheimatet. Dort wird er etwa 5 bis 8 Meter hoch und erreicht einen Stammdurchmesser von bis zu 50 cm.

Grenadill wird oft fälschlicher Weise als Afrikanisches Ebenholz, Senegal- oder Mosambik-Ebenholz bezeichnet, obgleich es nicht zur Ebenholzfamilie gehört.

Das Kernholz ist braun-schwarz bis schwarz-violett gefärbt und gehört zu den dichtesten und härtesten Hölzern der Welt. Es ist relativ feinporig und fühlt sich daher glatt und angenehm in der Hand an.
Olivenholz
Olivenholz ist schon sehr lange als Werkstoff bekannt. Bereits in der Antike wurden Olivenbäume als Nutzpflanzen kultiviert. Der Baum selbst wird sehr vielseitig genutzt. Das Holz findet in der Herstellung von Instrumenten, Möbeln und Gebrauchsgegenständen - zum Beispiel OTTER-Messern - Verwendung. Die Früchte werden sowohl zur Ölgewinnung, als auch direkt als Nahrungsmittel verwendet. Dabei anfallende Pflanzenreste werden zu Brennmaterial oder Bio-Treibstoff weiter verarbeitet. Auch symbolisch wird der Oliven- oder Ölbaum verwendet, hier als Zeichen des Friedens. Und nicht zuletzt spielt er eine tragende Rolle in der Geschichte der Stadt Athen. Dort hat die Göttin Athene mit dem Geschenk eines Olivenbaumes den Wettstreit gegen den Gott Poseidon gewonnen, was zur Folge hatte, dass die Stadt nach ihr benannt wurde.Olivenbäume benötigen viel Zeit zum Wachsen. Daher ist auch ihr Holz besonders hart und dicht. Diese hohe Dichte und die damit verbundene Feinporigkeit verhindern auch, dass das Holz fremde Gerüche annimmt. Für die Griffschalen unserer Messer verwenden wir ausschließlich Kernholz. Dieses zeichnet sich nicht nur durch seine Robustheit, sondern auch durch die ansprechende Maserung aus. Trotz seiner hohen Widerstandsfähigkeit kann sich Olivenholz im Laufe des Gebrauchs stellenweise dunkel verfärben. Es ist, wie andere Hölzer auch, ein lebendiges Material.Übrigens: Die schönsten Olivenbäume sollen in den Küstenregionen zwischen Barcelona und Alicante wachsen.
Knochen
Knochen wird schon seit der Steinzeit als Material für Werkzeuge und Waffen verwendet. Werkzeuge aus Knochen gehören neben denen aus Stein zu den ältesten, nachgewiesenen Werkzeugen der Menschheit. Kein Wunder also, dass Griffschalen aus Tierknochen eine ganz besondere Faszination auf uns ausüben.

Das Material für unsere Griffschalen wird aus argentinischen Rinderknochen gewonnen. Um diesen auf die Verarbeitung vorzubereiten wird zunächst das Knochenmark entfernt. Anschließend wird der Knochen durch kurzes Kochen sterilisiert und entfettet. Dann erst kann der Rinderknochen weiter verarbeitet werden.

Knochen ist ein sehr langlebiges Material, besonders wenn man einige Dinge bei der Pflege beachtet. Lange, trockene Hitze und zu trockene Lagerung sollten man vermeiden, ebenso lange Nutzungen in kochendem Wasser. Auch lösungsmittelhaltige Reiniger und Scheuermittel und nicht zuletzt auch die Spülmaschine sollten gemieden werden. All diese Dinge können die Struktur des Knochens angreifen und beeinträchtigen. Zudem sollte kein Öl an den Knochen kommen, da sich dieser sonst verfärbt.
Hirschhorn
Hirschhorn ist ein traditionelles Griffmaterial, welches besonders gerne bei Jagdmessern verwendet wird. Der Begriff selbst ist eigentlich irreführend, da das Geweih der Hirsche aus Knochensubstanz gebildet wird und nicht aus Horn mit einem knöchernen Kern, wie bei Schafen oder Ziegen.

In der Verarbeitung ist Hirschhorn dem Knochen sehr ähnlich. Es muss vorab durch Kochen und Entfetten vorbereitet werden.

Übrigens: Eine Theorie besagt, dass die Größe und Form der Geweihe von der Region und der regulären Höhe des Schneefalls abhängig sind. So scheint es, dass Hirsche in nördlichen, schneeintensiveren Regionen, wie zum Beispiel Elche und Karibus, eher große und schaufelartige Geweihe ausbilden. Mit diesen kann der Hirsch im Winter den Schnee besser beiseite schieben, um an darunter verborgenes Grünfutter zu gelangen.
Mooreiche
Die Mooreiche ist offiziell keine eigene Holzart und ist in Europa, vor Allem in Mitteleuropa vorzufinden. Es handelt sich hierbei um Eichenstämme, die in Sümpfen und Mooren über Jahrhunderte gelegen haben und entdeckt wurden, nachdem diese Gebiete trockengelegt wurden. Die auffällige Färbung entsteht durch die Verbindung der Gerbsäure des Eichenholzes und den Eisensalzen des Wassers.

Die Verfärbung entsteht unregelmäßig und variiert sehr stark von hellgrau bis tiefschwarz, aber auch dunkelgelb ist möglich.

Das Holz ist besonders vielseitig und leicht zu verarbeiten, dennoch müssen lediglich leichte Holzfehler berücksichtigt werden, wie zum Beispiel Krümmungen und Hohlstämmigkeit.
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