Deutsch
English

Herstellung von Taschenmessern

Die Herstellung von Messern und Taschenmessern hat in Solingen Tradition. Noch heute findet man viele Hersteller, deren Wurzeln weit in der Zeit zurück reichen. Die Firma OTTER-Messer gehört definitiv dazu. Wir stellen unsere Taschenmesser in traditioneller Bauweise her. In einem OTTER-Messer steckt also ein ganzes Stück Handarbeit. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Einblick in die Herstellung eines unserer Klassiker - des Mercator-Messers.
Die Einzelteile
Der Weg vom Solinger Stahl zu einem Mercator-Messer führt über verschiedene Einzelteile. Man benötigt neben einer Klinge und einem Stahlkasten auch noch Feder, Hebel, Ring, Spacer und Nieten.
Die Klinge
ist vermutlich der Teil eines Taschenmessers, welcher einem als Erstes einfällt. Diese wird zunächst gestanzt. Noch im selben Arbeitsgang erhält die Klinge auch ihren Nagelhau, die Mercator-Prägung und das Klingenloch.

Anschließend wird die Klinge gehärtet. Hierfür wird sie erst stark erhitzt und dann in Öl rapide abgekühlt. Der Klingenstahl ist nun sehr hart, allerdings auch spröde. Daher wird er erneut erwärmt. Der Fachmann spricht hier vom Anlassen. Dadurch wird einerseits zwar die Härte gemindert, andererseits verringert sich auch die Spannung im Stahl und er wird unempfindlicher gegen Stöße. Das Gefüge innerhalb des Materials wird homogener, also gleichmäßiger in der Struktur. Der Stahl selbst wird belastbarer und ist nicht mehr so spröde wie zuvor. Den gesamten Vorgang aus Härten und anschließendem Anlassen nennt man Vergüten.

Nun folgt das Schleifen der Klinge. Zunächst erhält sie ihre Dicke, anschließend die Schneiden. Sobald diese Grundform ausgearbeitet ist, werden die Schneiden auf einem Blaupliester nachgeschliffen, um die Oberflächen zu verfeinern. Im Anschluss wird der Klingenrücken nachgeschliffen, wobei auch die Kanten gebrochen, also abgerundet werden.
Der Hebel
lässt die Klinge arretieren und sorgt so beim Schneiden für mehr Sicherheit. Er wird ebenso wie die Klinge ausgestanzt. Dies garantiert stets gleichbleibende Maße. Zeitgleich mit dem Stanzen wird der Hebel auch gelocht. Danach wird er vergütet. Anschließend werden die Flächen nachgeschliffen und trowalisiert.
Die Feder
wird zeitgleich ausgeschnitten und gebogen. Diese Biegung gibt ihr eine Vorspannung. Durch das anschließende Härten wird der Stahl nicht nur in seiner Festigkeit erhöht, er findet beim Federn auch immer wieder in seine Ausgangsform zurück.
Der Griff
besteht beim Mercator-Messer ebenfalls aus Stahl. Zunächst wird die sogenannte Platine ausgestanzt. Für die Nieten werden insgesamt 8 Löcher in der Platine benötigt. Die scharfen Stanzränder werden abgerundet. Nun folgt das Biegen, bei dem der Stahlkasten seine für das Mercator typische Form erhält. Der Kasten ist nun beinahe fertig. Es fehlt noch die Aussparung für den Hebel. Wenn auch diese gestanzt wurde, erhält der Stahlkasten seine Prägung im Griffrücken: "Mercator-Germany". Zu guter Letzt wird der Griff mit einer schützenden Pulverbeschichtung versehen.
Der Ring
wird von einem Rundmaterial abgelängt. An den Enden wird er zu eine Fläche gestaucht, anschließend gelocht und gebogen. In einem weiteren Arbeitsgang wird der Ring vernickelt, um ihn vor Rost zu schützen.
Der Spacer
ist letztlich ein einfaches Stück gegossenen Kunststoffs. Er verschließt das Ende des Griffes und sorgt für ein wenig mehr Formstabilität.
Das Zusammenfügen
erfolgt, wenn alle Komponenten vorbereitet sind. Hebel, Feder und Klinge finden ihren Platz im stählernen Griff. Ebenso der Spacer. Der Ring wird außen über die gestanzten Löcher geschoben. Alle Komponenten werden mit Nieten fest verbunden. Maschinell werden diese Nieten auf die richtige Länge gekürzt und deren Köpfe abgerundet.
Der letzte Schliff
erfolgt erst jetzt, wenn das Mercator-Messer fertig montiert ist. Es wird auf Funktion und eine intakte Oberfläche hin überprüft. Dann wird die Schneide geschärft. Der Vorschliff erfolgt mit einem Abziehstein und der Feinschliff auf einer Polierscheibe. So erhält es seine Schärfe, für die Solinger Messer oft gelobt werden. Nach insgesamt 42 Arbeitsgängen traditionellen Handwerks ist das Mercator-Messer fertig für den Verkauf und wartet auf seinen Einsatz.